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“Weihnachten 1971 …und dann begann das Jucken!”

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von “Biografie meines Lebens”,

weihnachtliche Stimmung im August und besondere Freude bei unserer Arbeit kam auf, als Herr Wolfgang S. uns während der Treffen zu seiner Biografie von seinem Weihnachtsfest des Jahres 1971 erzählte.

Wir möchten Ihnen einen kurzen Auszug nicht vorenthalten, danken Herrn S. herzlich dafür und wünschen Ihnen und Ihren Familien gesegnete, besinnliche Weihnachtstage sowie einen schönen Beginn des Jahres 2015

Ihr Lars Röper & das Team von “Biografie meines Lebens”

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“An den Adventssonntagen war es anders…”

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von “Biografie meines Lebens”,
gemeinsam mit Ihnen möchten wir die Adventskerzen anzünden und Ihnen eine besinnliche und frohe Adventszeit wünschen. Außerdem freuen wir uns, Ihnen einen kleinen vorweihnachtlichen Auszug aus der “Biografie meines Lebens” von Frau Dorothea M. präsentieren zu dürfen.
Viel Freude damit und herzliche Grüße
Lars Röper
(Geschäftsführer)
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(c) Dorothea M. / Biografie meines Lebens Foto: wikipedia – sabri76
Kosten fuer das Schreiben ihrer Biografie: Transparenz ist vom ersten Tag an wichtig.

„Zehn Tipps zum Schreiben von Biografien“

 

 

Die Reise beginnen…

„Zehn Tipps zum Schreiben von Biografien“

Sie möchten Ihre Biografie schreiben oder schreiben lassen?
Das ist eine wichtige Idee, ein großes Vorhaben und wird der Beginn einer spannenden, anrührenden und auch aufwühlenden Reise in die eigene Geschichte sein.
Der Anfang einer solchen Reise fällt nicht jedem Menschen leicht. Gerne möchten wir Ihnen deshalb “10 Tipps zum Schreiben von Biografien” an die Hand geben, damit Ihr großes Vorhaben mit Freude und ersten Erfolgen beginnen kann.
Beides wünscht Ihnen Ihr Team von

„Biografie meines Lebens“

Und so kann es losgehen:

 

– 1 – Legen Sie eine Zeitleiste an.

Nehmen Sie einen großen Bogen Papier zur Hand, möglichst größer als das übliche DIN A4-Format; ein Leben benötigt Raum, um sich entfalten zu können.

Zeichnen Sie eine Zeitleiste (ähnlich der unseren, die Sie gerne kostenlos herunterladen können).

Tipps zum Schreiben von Biografien

Unterteilen Sie Ihre Zeitleiste in Lebensabschnitte (z.B. Kindheit, Schulzeit, Ausbildung, Wohnorte, Arbeit, Zeit der Reife) und ordnen diesen Lebensabschnitten jeweils erste Erinnerungen zu. Sie werden staunen, was Ihnen bereits alles einfällt; der erste Kuss, eine Eins oder gar Sechs in Mathe, ein besonderer Urlaub, Freundinnen oder Freunde, an die Sie seit Jahren nicht gedacht haben, Sonnenaufgänge irgendwo auf der Welt, allein oder zu zweit…

Auf diesem Wege entsteht eine erste Sammlung, eine erste Sicht auf Ihr Leben gleich vor Ihnen auf dem Tisch. Es ist noch eine Sicht aus der Vogelperspektive. „Fliegen“ Sie jetzt etwas näher heran. Gruppieren Sie erste Fotos um Ihre Zeitleiste, Briefe, Schmuckstücke Ihres Lebens – das kann wirklicher Schmuck sein, aber dies können auch ganz besondere Bücher sein (aus denen sich später zitieren ließe), eine Schallplatte vieleicht, eine alte Konzertkarte, ein Bahnticket, eine Ansichtskarte, Ihr Wanderstock...

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Meine Biografie schreiben lassen? Ja. Es ist Ihr Buch für die Menschen Ihres Lebens

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 …–

Mein Leben als Biografie schreiben lassen? Aber natürlich!

Jedes Leben ist ein Unikat.
Es sollte gebührend erinnert werden
.

So individuell wie Ihre Lebensgeschichte, so sollte auch das Buch Ihres Lebens sein.
Ein Buch für die Menschen Ihres Lebens – Ihre Familie, Ihre Partnerin, Ihr Partner, Freunde und Bekannte.

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“Biografien sans souci” – unser Angebot zum Mai 2015

Ihr Leben als Buch – professioneller Autor macht Sie unsterblich

Ihr Leben ist ein großes Abenteuer, das aufgeschrieben werden sollte. Professionelle Autoren/Ghostwriter tun das für Sie, literarisch und optisch in Top-Qualität. Nach sechs bis acht Monaten liegt Ihre Biografie oder Autobiografie vor Ihnen, je nach Wunsch über einen besonders aufregenden Lebensabschnitt oder über viele Lebensjahre. Beschenken Sie sich, Ihre Familie und Freunde mit dem Buch Ihres Lebens oder lassen Sie das Leben Ihrer Eltern, Großeltern oder guter Freunde aufschreiben.

Unser Angebot beinhaltet:

– Alle ausführlichen Interviews und Gespräche

– Recherchen

– Schreiben, Korrektorat, Layout, Druck

– Nach sechs bis acht Monaten erhalten Sie zwölf gebundene Exemplare Ihres Buches (weitere Exemplare gegen Aufpreis).

– Reisekosten für Deutschland – der Autor kommt zu Ihnen.

– Das Buch umfasst 132 Seiten (Musterseiten), davon 3/4 Text, 1/4 Abbildungen. Sollte ein größerer Umfang gewünscht sein, ist dies gegen ein Upgrade des Angebots jederzeit möglich.

– Die Rechte an dem Buch gehen auf den Kunden über, ausgenommen der professionelle Weiterverkauf (prozentuale Einigung mit dem Autor). 

– auf Wunsch erscheint das Buch unter Ihrem Namen, der Autor bleibt ungenannt.

Die Mitarbeit, Zuarbeit und zeitnahe Erreichbarkeit des Kunden werden vorausgesetzt.

Festpreis: 5.900, – Euro (Brutto)

Persönliches Angebot anfordern:

Ihr Name, Vorname

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

 

Unser gemeinsamer Weg zu Ihrem „Buch des Lebens“

Während etwa eines Jahres können wir einen gemeinsamen Weg zu Ihrem Buch beschreiten. Wir – das ist ein gewachsenes Team aus Autoren, IllustratorInnen, GrafikerInnen, Lektoren, Druckern, aber in besonderen Fällen auch Juristen und Historikern. Zeit für Gespräche & Sensibilität für Ihre Lebensgeschichte – beides ist uns sehr wichtig. Professionalität bei der Umsetzung aber nicht weniger bedeutend, um schließlich ein wundervollen und gelungenes Werk in Händen zu halten.

Die Stimme Ihrer Persönlichkeit aufspüren: So beginnt unsere Zusammenarbeit

Die Geschichte Ihres Lebens muss eine packende Stimme haben: Die Stimme Ihrer Persönlichkeit. Niemand wird das Buch sonst mit Interesse und Freude lesen. Während erster Gespräche werden wir diese Stimme aufspüren und gemeinsam Rückschau auf Ihren bisherigen Lebensweg halten. Abschließend werden die ersten Zeilen oder auch Illustrationen aus Ihrem Leben entstehen.

Denn jede Lebensgeschichte, ist sie einmal niedergeschrieben, wird in eben dieser Form erzählt und erinnert werden. Sie sollten diese Aufgabe keinen Laien oder gar „Billiganbietern“ überlassen. Dafür ist Ihre Lebensgeschichte zu kostbar.

Die feierliche Übergabe oder professionelle Lesung im geladenen Kreise

Nach diesem gemeinsamen Jahr und vielen Gesprächen halten Sie das „Buch Ihres Lebens“ in Händen. Gerne organisieren wir eine feierliche Übergabe an einem Geburtstag oder während eines Familienfestes.

Ganz besonders in Erinnerung bleibt sicher eine professionelle Lesung aus Ihrer Biografie im geladenen Kreise. Sprechen wir über all dies, die Möglichkeiten sind vielfältig und überaus charmant.

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Kleines Lexikon der Begriffe:

Was bedeutet es, eine Biografie (Biographie) schreiben zu lassen?

Eine Biografie, auch Biographie (griechisch βιογραφία, von βίος, bíos „Leben“ und -graphie von γράφω, gráphō „ritzen, malen, schreiben“) ist die Lebensbeschreibung einer Person. Die Biografie ist die mündliche oder schriftliche Präsentation des Lebenslaufes eines anderen Menschen; ein Sonderfall der Biografie ist die Autobiografie: Sie hat der Betreffende selbst (heute allerdings häufig mit der Unterstützung eines Ghostwriters) über seine eigenen Lebenserfahrungen verfasst. Im Familienverbund werden Autobiografien manchmal dem Testament beigefügt. Es soll vom Leben eine Spur übrig bleiben – die Nachkommen sollen wissen, was war.

Was bedeutet es, eine Autobiografie (Autobiographie) schreiben zu lassen?

Eine Autobiografie (altgr. αὐτός autós ‚selbst‘, βίος bíos ‚Leben‘ und -grafie) ist die Beschreibung der eigenen Lebensgeschichte oder von Abschnitten derselben aus der Retrospektive (im Gegensatz etwa zum Tagebuch). Das Besondere dieser literarischen Form besteht in der Identität zwischen Autor und Erzähler und Protagonisten. Trotz ihrer explizit subjektiven Perspektive hat die Autobiografie einen größeren Objektivitätsanspruch als der autobiografische Roman. Der Autobiografie verwandte Memoiren legen ein besonderes Gewicht auf die Darstellung zeitgeschichtlicher Ereignisse. Ihr Grenzgängertum zwischen Geschichte und Literatur bringt die Autobiografie in eine literarische Randposition. Mit ihrer Hilfe werden jedoch auch Kernbereiche der Literaturwissenschaft grundlegend neu definiert (etwa von Paul de Man).

Was bedeutet es, seine Memoiren schreiben zu lassen?

Der Ausdruck Memoiren (Pluraletantum; v. franz. memoire „schriftliche Darlegung, Denkschrift“ aus lat. memoria „Gedächtnis“) bezeichnet Denkwürdigkeiten oder Aufzeichnungen von selbsterlebten Begebenheiten.

In Abgrenzung zur Autobiografie stellt der Memoirenschreiber seine soziale Rolle in den Mittelpunkt der Darstellung (z. B. Politiker und andere Funktionsträger). Beschreibt die Autobiografie den Werdegang des noch nicht sozialisierten Menschen, gehen Memoiren von der gefestigten Identität eines seiner sozialen Rolle bewussten Individuums aus. Dabei stellt der Memoirenschreiber die Geschichte seines Gewordenseins hinter die der Darstellung seiner Zeit und seines Wirkens in ihr zurück.

Auf Grund ihres subjektiven Charakters dürfen Memoiren nur mit Vorsicht als Quelle herangezogen werden. Da sie zumeist lange Zeit nach den dargestellten Ereignissen niedergeschrieben werden, sind Irrtümer oder zumindest unbewusste Abweichungen von der Realität leicht möglich. Auch bewusste Falschdarstellungen des Verfassers oder der Verfasserin zur Rechtfertigung des eigenen Tuns oder zur Entlastung bei Fehlverhalten kommen vor, ein bekanntes Beispiel aus jüngerer Zeit sind die Memoiren von Albert Speer in denen dieser angab, nichts von Holocaust und Zwangsarbeit gewusst zu haben, obwohl aus anderen Quellen hervorgeht, dass er sehr wohl zumindest über wesentliche Aspekte informiert war. Im Deutschen werden Memoiren meist als Erinnerungen bezeichnet.

Kontaktieren Sie uns gerne bei weiteren Fragen!

Auszüge aus der Wikipedia.

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© Foto: tina7si – Fotolia.com

Kosten fuer das Schreiben ihrer Biografie: Transparenz ist vom ersten Tag an wichtig.

Meine Biografie schreiben lassen! Und dann den Enkelkindern aus meinem Leben vorlesen…

Haben Sie schon einmal glücklichen Enkelkindern aus dem „Buch ihres Lebens“ – aus Ihrer Biografie –  vorgelesen?
Aus der Biografie Ihres Lebens als klassische Biografie, als wunderhübsches Bilderbuch oder anspruchsvolle Graphic Novel (zeitgenössischer Ausdruck für Comic)?
Wir haben die leuchtenden Augen von Kindern und Erwachsenen gesehen, als diese die Geschichten aus einem Buch unserer Kunden vernahmen, darin lasen oder diese überreicht bekamen.

Einige Beispiele für Biografien haben wir für Sie ausgewählt. Schauen Sie selbst und lassen Sie sich von den vielfältigen Möglichkeiten, anspruchsvoll und künstlerisch Ihr Leben zu entfalten, inspirieren. Rufen Sie uns immer gerne an, wenn Sie Fragen haben.

 

 

 

© Foto: Gabriele Rohde – Fotolia.com

Safranski biographisches schreiben

R. Safranski: Biographisches Schreiben – Warum es mich interessiert. Und wie ich es mache.

Rüdiger Safranski Biografisches Schreiben

(C) Wikipedia – Udoweier & (C) Signatur – Wikipedia

Biographisches Schreiben

“Meisterbiograf” Rüdiger Safranski erläutert in der FAZ, wie er zum biografischen Schreiben kam, was ihn am “deutschen Geist” interessiert und warum Biographik auf das Besondere zielt, das auch wir von “Biografie meines Lebens” so sehr schätzen.

Rüdiger Safranski: Biographisches Schreiben in der FAZ vom 22.8.2014

 

Eine erste Leseprobe aus der Biografie von Amela Halilovic

Eine Ehre und Freude ist es uns, die Autorin Amela Halilovic beim Schreiben ihrer Biografie unterstützen zu dürfen. Geboren 1979 in Bosnien und Herzegovina, erlebte sie als Mädchen den Bosnienkrieg, lebt seit Jahren in Deutschland, hat hier eine Familie und eine Zukunft gefunden. Ihre Heimat hat Halilovic aber nie vergessen und unterstützt die Menschen dort durch die Arbeit ihres Vereins “Aktion-Leben und Lernen in Bosnien”. Frau Halilovic studierte Germanistik und Psychologie, arbeitete als Dolmetscherin und ist derzeit als Sprachdozentin für “Deutsch als Fremdsprache” und psychologische Beraterin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene tätig.

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Amela Halilovic & Lars Röper, Geschäftsführer und Autor von Biografie meines Lebens

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Eine erste Leseprobe aus der Biografie von Amela Halilovic

 

Prolog

Egal, wo ich mein Gesicht umdrehe,

Du umarmst mich.“

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Vaters riesige Pupillen. Sein während des Krieges noch felsiger gewordenes Gesicht. Die laute, bebende Stimme. „Deine Mutter und ich haben entschieden, unser Haus zu besuchen.“

Ich schreckte auf. Nach Hause. Wie lange schon war ich nicht mehr dort gewesen. Manchmal scherzte mein Vater mit meiner Mutter. Mit mir aber tat er dies nie.

Es ist doch Krieg. Wir können nicht nach Hause gehen“, entgegnete ich vorsichtig, um meinen Vater nicht wütend zu machen. Widerworte hasste er und würde sie bestrafen.

Wir schauen wie es im Haus aussieht“, fuhr mein Vater fort. „Außerdem brauchen wir Kleidung. Morgen früh machen wir uns auf den Weg.“

Wie Brocken schmiss er mir diese Entscheidung vor die Füße. Niemals hätte mein Vater ein „Nein“ akzeptiert. Ein Tagesmarsch lag vor uns. Zwölf Stunden oder mehr würde meine Familie brauchen, unsere, sich an die azurblauen Flüsse Una und Krušnica schmiegende Heimatstadt Bosanska Krupa, 25 Kilometer nordöstlich von Bihać, zu errreichen. Das wusste ich. Wie nur konnten meine Eltern das wagen? War Bosnien doch durchsiebt von Schüssen, übersät von Granaten. Überall flogen sie. Zerrissen Menschen vor meinen Augen in nichts als Fleisch und Knochen.

Am Morgen wartete mein Vater mit unserem Fahrrad vor dem Haus. Stumm saßen unsere zweijährigen Zwillinge hintereinander auf dem Gepäckträger. Meine Mutter und meine Schwester standen daneben, eng beeinander. Blicke vermieden wir. Kaum trat ich zu ihnen, setzte mein Vater mit einem Ruck das Fahrrad in Bewegung. Unsere Familie machte sich auf den Weg nach Hause.

Zum Abend werden wir die Großtante erreichen. Warten dort bis es Nacht wird. Dann schleichen wir zum Haus“, eröffneten meine Eltern uns ihren Plan. Das Haus der Schwester meines früh verstorbenen Opas hatte ich nie gesehen. Wusste nicht, wo sie lebt, diese kleine, beinahe viereckige Frau mit der dicken Warze am Kinn und ihrem hellen, gemusterten Kopftuch. Ich kannte meine Großtante kaum. Offenbar hegten mein Vater und meine Mutter aber keine Zweifel, dass ihr Haus ein sicherer Ort, es nicht von einer Granate zerrissen oder von den Tschetniks angezündet und nur noch als kohlschwarzes Grauen auffindbar sei.

Später sah ich es dann. Wie ein Zauberhaus war es ganz unten am Berg Kobiljnjak versteckt. Ein geheimer Ort, an dem meine Großtante lebte. Niemals zündete sie ein Feuer an. Vermied auch während der Winter den aufsteigenden, verräterischen Rauch. Saß beim schwachen Lampenschein, in dicke Kleidung und Decken gehüllt. Das alles half kaum. Doch Frieren war besser als der Tod. Wusste sie doch, was die Feinde ihr antäten, führte auch nur die kleinste Spur sie zum Zauberhaus.

Unsere Familie war noch fern dieses geheimnisvollen Ortes, der gleichsam so nah an unserem Zuhause lag. Wir tranken etwas. Rasteten nur kurz. Setzten unseren endlosen, meine letzten Kräfte vernichtenden Marsch durch diesen Krieg fort. Hörten die Granaten. Überall fielen sie. Und ich dachte beim Gehen an meine Oma, wie sie zu den Detonationen ihre beiden Kopftücher lüpfte. Das untere, ihre langen Haare bändigende, und das zweite, den Kopf nach Art ihres Glaubens bedeckende Tuch über ihrem rechten Ohr anhob, um den Einschlägen der Granaten zu lauschen. „Das war im Nordosten“, sagte meine Oma wie eine Buchhalterin des Krieges, ortete sogleich die folgende Detonation und addierte sie zur Geografie der Granaten.

Die Zwillinge heulten während unseres Marsches nun immer öfter. Mein unermüdlich das Fahrrad durch den Straßenstaub schiebende Vater brachte sie mit einem harten Befehl zur Ruhe. Erst Stille, dann wieder das Heulen der Granaten und meiner kleinen Brüder. In lumpiger Kleidung trotteten meine Mutter, meine Schwester und ich hinterher. Seit Monaten trug ich die viel zu große Jacke meines Vaters. Wie sie an mir hing. Ich hasste es. „Flüchtling“, beschimpften die anderen Kinder und Jugendlichen mich, auch wenn es Hunderttausende von uns gab.

Ich taumelte. Riss mich zusammen und ging weiter, bevor Vater mich anschreien würde. Er sagte nichts. Dafür wie Kreischen am Himmel die Flugbahnen der Granaten. Wieder erinnerte ich die Stimme meiner Oma. „Im Süden, Amela, das war im Süden.“

Am Abend erreichten wir die sich an Bosanska Krupa anschließenden Berge und Wälder. Wir streiften zwischen den Bäumen hindurch. Die Sonne war noch nicht untergegangen, färbte eine sich vor uns auftuende Lichtung blutrot. Ich schaute zum Himmel hinauf. Spürte meinen Schweiß. Hörte den Atem meiner Mutter. Nichts als quälende, von schmerzvoller Realität erzitternde Gedanken in meinem Kopf.

Wir standen im Schutz der Bäume. Auch auf der anderen Seite war Wald. Dazwischen die freie Fläche. Wir würden sie überqueren müssen. Ein Schuss fiel. Weitere folgten. Zwischen den Bäumen hatte uns das Krachen nicht berührt. Viel zu vertraut war uns der ewige Klang der Waffen. Ich wusste wie sie aussehen und funktionieren. Wie wirkungsvoll sie sind. Menschen sterben schnell mit einem Schuss in den Kopf.

Doch nun, während unsere Blicke über die Lichtung streiften, riss Angst mich bei jedem Geräusch beinahe entzwei.

Mein Vater lehnte das Fahrrad an einen der Bäume, klemmte sich unter jeden Arm einen unserer Zwillinge und schaute uns drohend an.

Wir müssen rennen!“

Wir nickten in unserer Angst. Vater, dieser ewige Fels, verzog keine Miene. Seine gewaltigen Pupillen sahen nun mich an.

Sei wie der Wind, Amela.“

Dann rannte er los. Überquerte geduckt, die Zwillinge unter seinen Armen zum Krachen der Schüsse die Lichtung. Erreichte den Waldrand. Gefolgt von meiner Mutter und meiner Schwester. Schüsse. Granaten. Sie hetzten unter die Bäume. Und auch ich rannte jetzt in das blutrote Licht. Wieder Schüsse. Erreichte die Mitte der Lichtung. Sah die andere Seite. Blieb einfach stehen.

Ich konnte nicht mehr.

Gott ist immer da. Ich möchte zu ihm. Er wird gut zu mir sein“, spürte ich. Hörte das Lied, das ich in meinem Chor immer sang. Das ich so liebte, weil es mich mit Gott verschmolz. Die Schüsse krachten. Zerstörten aber nicht mein Lied.

Oh Allah, schau mich an.

Du Herr des Himmels und Herr der Erde,

die du geschaffen hast.

Egal, wo ich mein Gesicht umdrehe,

du umarmst mich.“

Meine Eltern umarmten mich niemals. Waren streng, riefen meinen Namen. „Amela“. Diesen wunderschönen Namen, der in Bosnien auch eine Süßigkeit bezeichnet. Toffifee. „Es steckt viel Spaß in Toffifee!“ Einmal hörte ich diese Werbung. Nichts traf weniger auf mich zu. Aus den Mündern meiner Eltern wurde das Süße zu einem Wort der Wut. Für sie gab es immer einen Grund, mich zu strafen, in den hinter unserem Haus liegenden Garten zu schicken mit den Worten: „Hole Zweige und Äste, Amela. Bis es genügend sind für eine Rute.“ Wie oft prügelten sie mich, würgte mein Vater mich bis alles nach Blut schmeckte.

Mitten auf der blutroten Lichtung schenkte mir Gott alle Zeit, um diesen Erinnerungen nachzugehen. Immerzu fielen Schüsse und mein Vater tobte am Waldrand. Doch seine Macht erreichte mich nicht.

Ich dachte an die Schläge, das Würgen, mein erdrosseltes Ich, meine seit der Geburt vor vierzehn Lebensjahren zum Zerreißen gespannte Seele. Dachte an den Krieg. Die Toten. Die Verzweiflung. Das Wimmern, wenn eine Frau vom Tod ihrer Kinder erfährt.

Jetzt bot ich mein Leben den Scharfschützen an. Hier auf der Lichtung unter der blutroten Sonne. Verzweifelten meine Eltern bei diesem Anblick? Würde diese Verzweiflung endlich etwas Liebe für mich freisetzen? Oder nur mehr der ewigen Wut?

Von meinen Eltern hatte ich nie Liebe erfahren. Wusste bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr nicht, dass es so etwas überhaupt gab. Wie eine Leerstelle in meinem Leben, die erst durch die Gebete meines Großvaters eine Bedeutung bekam und mit Liebe erfüllt wurde.

Nicht, dass dieser alte, so liebevolle Mann für mich gebetet hätte. Für seine Enkeltochter Amela, die dort oben in ihrem Rapunzel-Zimmer saß, sich selbst umarmte und verzerrte Figuren auf das Papier kritzelte mit Strichen, die aussahen wie Schreie. Sicher schloss Großvater mich immer wieder auch in seine Gebete ein. Vielmehr jedoch war es mein Betrachten des alten Mannes in der Moschee, das ich nie vergessen sollte. Sein tiefes Verneigen vor einem unsichtbaren Gott und diese, von mir mit einem Glücksgefühl wahrgenommene, im Gebet um ihn erblühende Aura aus Demut, Hoffnung und Vertrauen. Doch noch etwas erfüllte die Luft um meinen betenden Großvater. Schillernd, mir unbekannt, doch wunderschön. Gerne hätte ich meine Finger ausgestreckt, dieses Fremde vorsichtig zu ertasten und fortan auf meiner Hand durchs Leben zu tragen. Gleich einem Vogel, der einen mit hinaufnahm, wenn es hier unten wieder einmal unerträglich wurde.

Ich hatte die Liebe gesehen. Großvaters Liebe zu Gott. „Einem Gott, der mich in seine Arme schließt“, wusste ich, „wenn gleich eine Kugel das Leben aus meinem jugendlichen Körper nimmt.“ Ich spürte, wie der Tod nahte. Mitten auf dieser Lichtung. Vor den Augen meiner Familie. Unter der Blutsonne von Bosnien.

Ein Schuss. Das Schreien meines Vaters. „Ich bring´ dich mit meinen eigenen Armen um. Komm her!“, drang sein Befehl in mich ein. Überwältigte meinen Geist mit endloser Leere, tötete meine Träumereien. Gab mir einen Schubs. Ich taumelte. Verharrte und sträubte mich.

Mein Vater jedoch war stärker als alles. Noch dem Tod und Gottes Umarmung entriss mich sein Befehl. Wieder riss mich jemand durchs Leben. Auf die andere Seite der Lichtung. Weiter durch meine Zeit, von der ich hier erzähle.

– Kapitel 1 –

Ich sehe dich immer“, drohte mein Vater der Feuerwehrmann. Gewaltig stand er vor mir mit seinen zwei Metern, der Uniform und dem Gummiknüppel an seiner Seite …

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(Weiteres in Kürze)